Die Inseln Ile des Pins und Lifou



Es ist lange her, dass ich was geschrieben habe. Das kommt in erster Linie davon, dass in der Zwischenzeit nicht wirklich viel passiert ist. Unsere Rundreise um die Grande Terre von Neukaledonien haben wir abgeschlossen. Wir bereisen jetzt einige der Inseln, die um die Grande Terre verteilt liegen.

Ile des Pins

Die erste, richtige Südsee Bucht auf der Ile des Pins
Die Insel ist ein Naherholungsgebiet für die Neukaledonier, die in Nouméa leben. Die Insel ist groß genug, dass sich die Besucher dabei aus dem Weg gehen können und klein genug, dass man bequem die ganze Insel per Fahrrad erkunden kann. Vom Süden bis in den Norden braucht man mit dem Drahtesel ca 2 Stunden. Wir waren auf einem Campingplatz ganz im Süden, in der Nähe einer “echten” Südseebucht. Endlich sehen wir einen Strand, den man in der Südsee auch vermuten würde. Schneeweißer Sand, türkis-blaues Wasser und Wellen, die müde versuchen, sich auf den Weg auf den Strand zu machen und zwischen drinnen merken, dass es ihnen zu anstrengend ist und erschöpft in den Ozean zurück fallen. Alles wunderschön, jetzt brauchen wir nur noch schönes Wetter. Das gab es auf der Insel leider nicht. Wir waren 4 Tage da und es gab keinen einzigen Tag ohne Regen und keinen ohne starken Wind. Generell scheint es in der Südsee sehr windig zu sein. Das ist super, wenn es heiß ist, aber blöd, wenn es regnet.

Für mich gibts Ravioli aus der Dose
und Salz, für Carla Ananas
und eine Möhre 😀
Wir hatten leider auch schlechtes Wetter, als wir einen Ausflug zum Piscine Naturelle gemacht haben. Das ist ein natürlicher Pool, der geschützt von den Wellen des Pazifik fast im Inneren einer Insel in einer Bucht liegt. Das Wasser ist kristallklar und kaum ist man im Wasser, schwimmen schon die bunten Fische um einen herum. Man braucht eigentlich keine Taucherbrille und Schnorchel, um die Fische zu bewundern, so klar und so ruhig ist das Wasser. Setzt man beides doch auf, kommt es einem vor, als hätte einer einem die Augen geöffnet. Überall kleine und große Fische, die fast genauso weiß sind wie der Sand. Es gibt hier auch ein paar Fische, die kleine Floßen schräg oben auf dem Rücken haben, jeweils links und rechts am Körper. Die sehen aus wie kleine Fallschirmspringer, nur das sie ein Gesicht dabei machen, als würden sie die ganze Zeit “Ohoh” “Ohoh” “OOOOOoooohhh” sagen. Sehr putzige Dinger. Natürlich haben wir keine Fotos gemacht 🙁

Ich habe übrigens damit angefangen, eine alte Festivalkultur wieder aufleben zu lassen. In Ermangelung von bezahlbaren Restaurants oder Campingplatzküchen, esse ich jeden Tag kalte Ravioli aus der Dose. Mittlerweile schmeckt es richtig gut und man erkennt die feinen, subtilen Geschmacksnuancen, die die einzelnen Dosenprodukte unterscheidet.

Lifou

Ich lasse mich am Jinek Beach von den Fischen bestaunen
Lifou ist die größte der Loyalitätsinseln. Das sind drei Inseln, die nördlich der Grande Terre liegen, ca 5 sehr wackelige Bootsstunden mit der Fähre Betico 2 entfernt. Wir haben gefragt, Betico 2 heißt sie nicht, weil die Betico 1 gesunken ist, sondern weil die Betico 1 zu alt geworden ist. Carla ging es trotz des modernen Schiffes nicht so gut während der Reise. Die Insel ist es dann aber auch wert. Die ersten Tage verbringen wir im Norden in einer Stadt die Xepenehe heißt. Da es hier weder öffentliche Verkehrsmittel gibt, noch Taxis, ist das dahin kommen interessant. Von den Stämmen der Inseln organisiert gibt es sogenannte Navettes. Das sind Minibusse, die morgens nach Wé, der Hauptstadt von Lifou, fahren und Nachmittags wieder zurück. Man zahlt dann ca 1000 pazifische Franc, ca 8€, für 2 Personen von Wé nach Xepenehe. Kein Schnäpper, aber auch nicht überteuer.

In der Nähe von unserem Campingplatz liegt der Jinek Beach, der beste Schorchelspot von Neukaledonien. Im Internet gibt es Berichte von Leuten, die das für den besten Schnorchelspot ihres Lebens halten. Wo wir ja schon in Raja Ampat waren, ist das vielleicht nur der dritt- oder viertbeste unseres Lebens, abert trotzdem sehr schön 🙂 Wir sind durch Raja Ampat ganz schön versaut worden 😀 Gut, dass wir da nur Schnorcheln und nicht Tauchen waren, so haben wir zumindest beim Tauchen noch Entwicklugnspotential nach oben.

Unser Campingplatz im Norden von Lifou …
Achja, wir haben gelernt Kokosnüsse zu schälen und zu öffnen!
Heute sind wir von Xepenehe nach Luengöni, gespochen Luangoni, zum Tribal Lodging Chez Bella Patel gefahren. Bella ist eine Frau, die sogar mal bei der Wahl zur Miss Universum mitgemacht hat. Ich glaube, sie hat aber nicht gewonnen. Das ist auch schon vor einigen Jahren gewesen. Ihr attraktivers Lächeln hat sie behalten. Da heute Sonntag ist und zudem einen Tag bevor auf der ganzen Insel geheiratet wird, es wird auf Lifou ausschließlich an Montagen geheiratet und das auch nur während der Monate April bis September, gibt es heute keine Navettes, die dahin fahren. Von allen Leuten wird uns immer wieder gesagt, dass wir per Anhalter hinfahren können. Es scheint hier eine völlig normale Art der Fortbewegung zu sein. Wir entschliessen uns dazu es zu probieren. In den letzten Tagen sind wir auch schon ohne den Daumen raus zu halten, viele Male mitgenommen worden. Das per Anhalter fahren ging auch so problemlos und war so nett, wie ich es nie erwartet hatte. Zuerst fahren wir bei einem Mann auf der Ladefläche mit, der gerade haufenweise Baguette ins nächste Dorf zum Nachbarstamm bringt. Dann nimmt uns ein älterer Herr mit nach Wé. Auf dem Weg erzählt er uns, dass er sogar mal eine Zeit in München gelebt hat. Unsere letzte Mitfahrgelegenheit war dann ein altes Pärchen, die uns sogar bis zu unserem Campingplatz gefahren und damit einen Umweg gemacht haben. Da ich kein französisch spreche, habe ich nicht viel verstanden von dem was sie erzählt haben. Carla hat aber eine Menge Infos bekommen, über die Insel und Gebräuche und so.

Jetzt sind wir in Luengöni in der Nähe vom angeblich schönsten Strand von Neukaledonien und faulenzen mit den Hunden bei Bella auf dem Rasen und auf dem Strand. Der Strand ist auch wirklich der schönste, den wir hier gesehen haben.

Das Leben kann so schön sein.

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