Meine nächste Packliste


Wir verbringen die letzten Stunden auf Vanuatu in der Südsee. Es gibt so viele Eindrücke, die wir von hier mitnehmen. Die meisten sind nicht so spektakulär, wie ein Vulkan oder ein schöner Wasserfall, sondern eher Eindrücke, die in den Gesprächen mit den Einheimischen entstanden sind. Es ist beeindruckend, dass viele immer noch lächeln und ihre Fröhlichkeit behalten haben, wenn man bedenkt, dass der Zyklon Pam bei manchen die komplette Existenz weggefegt hat. Bevor ich anfange, sentimental zu werden und versuche, Eindrücke zu beschreiben, die über meine Fähigkeit zu schreiben hinaus gehen, will ich lieber das Thema wechseln.

Oft habe ich mir überlegt, was ich wohl einpacken würde, würde ich nochmal vor derselben Reise stehen, wie wir sie jetzt gemacht haben. Während der Reise haben Carla und ich viele Sachen aussortiert und entweder weggeschmissen, verschenkt oder nach Hause geschickt. In dem Bewusstsein, dass ich vermutlich vor einer erneuten Reise wieder zu viel mitnehmen würde, will ich trotzdem versuchen, meinen Rucksack nochmal in Gedanken zu füllen. Zu allererst würde ich einen kleineren Rucksack nehmen. Ich habe mir extra vor der Reise einen neuen 70 Liter Rucksack gekauft, der auch notwendig war, für alles was ich mit genommen habe. Für ein zweites Mal packen wäre der zu groß. Er ist momentan auch zu groß. Tatsächlich ist er nur etwas mehr als zur Hälfte gefüllt. Mein großer Rucksack wog ca 21 kg, als wir nach Hongkong aufgebrochen sind. Jetzt in den letzten Tagen unserer Reise wiegt er nur noch 14,6 kg. Dadurch, dass man bei jedem Flug sieht, wieviel das eigene Gepäck wiegt, weiss man das relativ genau. Eine Information, von der ich nie gedacht hätte, dass sie jemals für mich so wichtig oder gebräuchlich wird, dass ich relativ genau sagen kann, wieviel mein Gepäck wiegt. Es ist das Gleiche mit meiner Reisepassnummer, die ich mittlerweile auch auswendig kann. Das Gültigkeitsdatum meines Reisepasses vergesse ich immer noch, aber auch das wäre nur eine Frage der Zeit.
So sitzt man zwischen dem Gepäck auf der Ladefläche eines Pickups
Packliste für einen 30-40 Liter Rucksack, für eine Reise nach Südostasien:

Klamotten

  • 1 lange Hose
  • 1 Pulli mit Kapuze
  • 1 leichte Jacke
    Eine die als Windbreaker was taugt. Man wundert sich wie kalt es manchmal werden kann in einer Gegend, die innerhalb der beiden Sonnenwendekreise liegt. Ohne die langen Sachen hätte ich öfters bitterlich gefroren.
  • 3 T-Shirts
  • 1 leichtes Longsleeve
  • 1 kurze Hosen
  • 1 Gürtel
    den man auch noch benutzen kann wenn man 5 Kilo abgenommen hat. Reisen macht schlank 🙂 besonders in Asien
  • 1 Badehose
  • 1 Handtuch
    Möglichst klein und gut zusammenrollbar sollte es sein, nur für den Notfall. Man bekommt fast überall normale Handtücher, auch in den günstigsten Unterkünften.
    Das sind die Sachen, die man erwarten würde für Südosteasien. Es sind nur wenige Stücke, weil man alles hier so günstig kaufen kann, ein bisschen Platz ist im Rucksack also reserviert für die T-Shirts und Singlets und Shorts, die man sich hier sowieso als Souvenir kaufen wird.
  • 1 Pareo
    Der lässt sich hervorragend dazu benutzen, sich am Strand drauf zu legen, sondern auch zum abtrocknen, zum zudecken, wenn es nachts oder im FLugzeug doch mal zu kalt wird oder als Schal
  • 7 Unterhosen
  • 4 Paare Socken
    An Unterwäsche zu sparen ist am falschen Ende gespart. Lieber Sachen mitnehmen, von denen man weiß, dass man sie gerne eng auf der Haut trägt, als nachher mit gekauften Sachen und einem ständigen Jucken rumzulaufen. Unterwäsche nimmt auch nicht wirklich viel Platz weg und wiegt nicht viel. Ich würde allerdings nicht soweit gehen und mir Strings kaufen 😀 Das überlassen ich den Mädels. Ich finde den Gedanken seltsam, das ich mit einem String rumlaufe. Das ist aber nur meine Meinung, das mag jeder für sich halten wie er will.
  • 1 Paar FlipFlops
  • 1 Paar Sportschuhe
    FlipFlops kann man hier zwar an jeder Ecke kaufen, nur meistens nicht in meiner Größe. Mit Größe 47 habe ich gefühlt 3 mal so große Füße wie der Standardsüdostasiate. Die Sportschuhe sind zum einen leicht und zum anderen auch relativ gut als Wanderschuhersatz benutzbar. Hat man richtige alpines Wandern vor, ist das allerdings kein Ersatz. In der Taman Negara in Malaysia hätte ich mir richtige Wanderschuhe gewünscht. Das war aber auch das einzige Mal.

Toilette

  • 1 Zahnbürste
  • 1 Zahnpasta
  • 1 Pröbchenflasche Shampoo und Duschgel
    Alles andere ist ganz einfach zu schwer. Nachfüllen kann man in den meisten Unterkünften.
  • 1 25er Sonnencreme
    Kann man aber auch überall kaufen
  • 1 Nailclipper
  • 1 Barthaarschneider
    Ich bin kein Fan von Nassrasur. Der Schneider ist ein Luxus, der hauptsächlich ins Gewicht geht.
    Die meisten Sanitärartikel kann man hier überall kaufen. Es macht wenig Sinn mit einem Rucksack voller Toiletten-Hamsterkäufe auf Reisen zu gehen.
Der ganz normale Waschtag-Wahnsinn. Wir hätten eigentlich unsere Rucksäcke als Ganzes
in die Waschmaschine stecken können.

Zubehör

  • 1 Taschenmesser
    Das Schweizerarmeetaschenmesser mit der Schere. Die Säge hätte ich nie gebraucht und die Schere habe ich oft benutzt.
  • 1 Schlafsackinlet
    Als eine Art Schlafsackersatz für sehr warme Temperaturen.
  • 1 Kartenspiel mit 52 Karten
    Es gibt genügend Abende, wo man drinnen bleibt, weil es draussen regnet, stürmt oder ganz einfach langweilig ist.
  • 1 kleiner Block und Stift
  • 1 möglichst kleines und dünnes Portemonaie
  • 1 Zahlenschloss
    In manchen Jugendherbergen verschließt man damit sein Zimmer oder seinen Spind. Zahlenschloss deshalb, weil es bequemer ist nicht nach dem Abschließen auf einen Schlüssel aufpassen zu müssen.
  • 1 Drahtseil mit einer Schlaufe an jeweils einem Ende
    Zusammen mit dem Zahlenschloß kann man Sachen irgendwo anschließen. Oft habe ich das nicht gebraucht, aber es war trotzdem ab und zu sehr nützlich.
  • einen ganzen Haufen an wiederverschliessbaren Gefriertüten von Melitta
    Die haben sich als super Ersatz für die sündhaft teuren, wasserdichten Plastikbeutel erwiesen, die man so in Trekkingläden kaufen kann.
  • ein paar Plastiktüten
    Die einzigen Plastiktüten, die man hier bekommt, sind superdünn und reissen schnell. Für das Einpacken von Schuhen macht es Sinn, dickere Plastiktüten zu haben.
  • 1 Multisteckeradapter der in allen Ländern funktioniert
    Ich habe einen, der auch noch einen Aufsatz für 2 USB Stecker hat, das war sehr hilfreich.
  • 1 kleinen Mehrfachstecker
    Wenn einem bei vielen Geräten der Strom ausgeht, dann immer gleich bei allen glechzeitig und man kann natürlich immer nur ein Gerät zu einer Zeit laden -> Murphys Law
  • 1 Laptop inkl. Ladegerät
    Der muss nicht schnell sein. Es reicht, einen zu haben, der einen guten Akku hat, klein ist und nicht zuviel wiegt. Je günstiger, desto weniger würde es weh tun, wenn er geklaut wird.
  • 1 langes USB Kabel
    Die Steckdosen zum Aufladen des Handys sind manchmal irgendwo in der Nähe der Decke angebracht 🙁 Da wird einem öfters mal ganz schwindelig vor lauter Kopf schütteln.
  • 1 Smartphone inkl. Ladegerät
  • 1 Kamera
    Hier bin ich Hin und Her gerissen, ob ich nochmal eine Ixus mitnehmen würde. Die ist super klein und wiegt wenig und die Bilder sind dafür ziemlich gut. Manchmal hätte ich mir für bessere Bilder eine bessere Kamera gewünscht.
  • 1 MicroSDCard
  • Um die Bilder, die man mit der Kamera gemacht hat, nochmal zu sichern. Nur eine Kopie auf der Kamera oder auf dem Laptop zu haben, ist für mich persönlich nicht sicher genug. Viele Bilder kann man nur einmal im Leben machen und die zu verlieren wäre schade.
  • 1 MP3 Player mit großer Auswahl an Musik
    Ich bin meine Musik irgendwann leid geworden und habe deshalb weniger oder garnicht mehr Musik gehört.
  • 1 Kopfhörer mit Micro
    War beim Videochatten mit dem Handy ganz angenehm.
  • 1 Ersatzbrille
  • 1 Sonnenbrille (natürlich)
  • 1 Regenhülle für den großen Rucksack
    Je dreckiger die ist, desto besser. Angeblich werden Rucksäcke in dreckigen Hüllen weniger geklaut.
  • 2 Kreditkarten – 1 Visa + 1 Mastercard
    Visa wird, bis auf wenigen Ausnahmen, überall genommen. In diesen Ausnahmefällen wurde aber immer Mastercard akzeptiert. Hat man jeweils eine Kreditkarte, ist man also in den meisten Fällen in der Lage an Bargeld zu kommen. Es gibt kaum ein schlimmeres Gefühl als auf einer einsamen Insel zu sitzen und kein Geld mehr zu haben, weil anscheinend alle Eingebohrenen nur Mastecard besietzen, aber keine Visa-Karte

Medikamente

  • Antihistamin
  • Kohletabletten
  • Entzündungslindernde Salbe
  • Alkoholpads zum Desinfizieren
  • Pflaster
  • 1 Verband

Wer den ganzen Tag am reisen ist, kann sich Abends auch mal in eine heiße Quelle legen
Ausser dem großen Rucksack würde ich ein “Daypack” mitnehmen. Ich habe von Ole vor der Reise seinen Armeerucksack geschenkt bekommen, der mir sehr gute Dienste geleistet hat. In Laos habe ich mir für unter 10 € eine 5 Liter Drytube geholt, die sich als großartige Investition erwiesen hat. Nicht nur, dass sie wasserdicht ist, sie ist auch relativ klein, lässt sich zum Reisen per Flugzeug zusammenrollen und im Rucksack verstauen und sie ist fest und stabil genug, dass niemand einfach mit einem Rasiermesser die Drytube aufschlitzen kann. So was würde ich mir wohl wieder holen, allerdings vor Ort.

Das sind die Sachen, die ich vor der Reise kaufen und mitnehmen würde. Alles andere kann man unterwegs kaufen. Man sollte sich aber vor Augen halten, dass einem das Meiste, was man günstig auf der Straße kaufen kann, ziemlich schnell kaputt geht. Das gilt natürlich nicht für alles, was man hier kauft, aber die sehr günstigen Sachen haben dazu einen starken Hang.

Es sieht viel aus, weil die Liste so lang ist. Die meisten Sachen sind ziemlich klein. Alles zusammen denke ich würde das in etwa 12 kg ergeben, eventuell weniger, je nach dem wie man seine Sachen auswählt.


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