Von den alten Gewürzinseln


Wir sind auf Bandaneira, der Hauptinsel der Banda Islands. Hier wurde von den Holländern und den Engländern Geschichte geschrieben, als die East India Trading Company angefangen hat, die Inseln zu annektieren und die begehrten Gewürze Muskatnuss, Nelken und Zimt nach Europa zu verschiffen. Die Gewürze sind für mich der Hauptgrund hierher zu kommen. Für Carla ist es, dass man hier sehr gut schnorcheln kann. Das haben wir auch gemacht. Weil wir keine Unterwasserkamera haben, gibts davon leider keine Bilder. Ganz so gut wie in Raja Ampat war es auch nicht, aber trotzdem ganz interessant.

@Ole: Du hattest recht! Wir sind durch Raja Ampat versaut. Wären wir zuerst hierher gekommen, wären wir aus dem Staunen nicht mehr raus gekommen.

Jippiee, wir machen eine Gewürztour
Neben den Schnorchelausflügen haben wir auch eine Spicetour gemacht. Davon sollen die Bilder erzählen, die wir gemacht haben. Das war einer der besten Ausflüge, die wir auf der gesamten Reise gemacht haben.

Die Muskatnuss

Das Werkzeug zum Muskatnuss pflücken ist eine Art Kescher.
Man klemmt die Frucht zwischen die hervorstehenden Stöcke und zieht kräftig.
Ungefähr so … geerntet werden nur die Früchte,
die bereits aufgeplatzt sind und bei denen man die rote Macis sieht.
Aus der Frucht der Muskatnuss wird Saft oder Marmelade gemacht. Die Marmelade schmeckt ein bisschen wie süßes, helles Johannisbeer-Gelee. Die rote Macis, die die innere Nuss umhüllt, wird auch zum Würzen genutzt und riecht herrlich aromatisch. Der Kern der Nuss ist dann die Muskatnuss, die wir auch in Deutschland kennen. In der hiesigen Küche hält man sich nicht damit auf die Nuss zu reiben. Die Nüsse werden hier als Ganzes ins Essen getan. Wieso geizen? Jeder zweite Baum hier ist ein Muskatnussbaum.

Geschlossene Muskatnussfrüchte sehen ein bisschen aus wie Quitten
Im Inneren der Frucht gibt es weitere Schichten.
Bis man bei der eigentlichen Muskatnuss ist, muss man noch durch
die rote Macis und durch die harte Schale der Nuss.
Es gibt hier auf den Banda Islands kaum ein Gericht, das nicht mit Muskat gekocht wird. Die örtliche Variante des Nationalgerichtes Nasi Goreng schmeckt auch danach. Ist ein bisschen ungewohnt, schmeckt aber sehr gut.

Nelken

Die Blüten der Nelken.
Am Besten sind die Blüten, wenn sie anfangen, sich leicht rosa zu verfärben.
Nelken in den unterschiedlichen Phasen beim Trocknen in der Sonne.
Nelken entwickeln ihr Aroma erst durch das Trocknen in der Sonne. Wenn sie fast schwarz sind, sind sie bereit, gegessen zu werden. Sind sie noch grün, riechen sie nach nichts. Wenn sie getrocknet sind, schmecken sie so extrem, dass bereits ein kleines Stückchen (1 mm abbeissen) ausreicht, um für Stunden den Geschmack im Mund zu behalten. Wenn man hier einen mittelgroßen Tunfisch (~0,5 m) mit Nelken würzen will, nimmt man nicht mehr als drei Stück, so stark ist das Gewürz.

Zum Zimt habe ich leider keine schönen Bilder. Wir haben aber gesehen, wie die Rinde abgerieben und vom Baum geschnitten wird. Die frische Rinde kann man auch schon essen. Sie schmeckt ähnlich wie sehr frisch gebackene Kanelbullar (Zimtschnecken). Ein wahnsinns Geschmack!

Bananen überbacken mit Käse und Zimt, dazu einen Zimteistee.
Zur Nachspeise gab es einen Muskatnuss Kaffee.
So sieht ein Kaffeekränzchen auf den Banda Islands aus.
Zum Abschluß der Spicetour sind wir von einer Familie in Lonthoir auf der Banda Besar zum “Kaffee und Kuchen” eingeladen worden. Kaffee und Kuchen heisst hier Kaffee, Tee und mit Käse überbackene Bananen. Hört sich komisch an, schmeckt aber überraschender Weise ziemlich lecker (Zum Glück nicht allzusehr nach Käse).

Der Kora Kora König, der sich die Königin auf Banda Neira verdient hat.
Noch ein bisschen was anderes … Jede Insel und manchmal sogar mehr als ein Dorf auf einer Insel hat ein Kora Kora Boot. Damit wird einmal im Jahr ein Rennen ausgetragen, welches Boot der König wird. Es gibt in Bandaneira ein grünes Boot was die Königin ist. Es gibt nur eine Königin und um die kämpfen die einzelnen Boote. In jedes Boot passen ungefähr 40 Mann, die um die Wette rudern. Das Wettrennen ist ein großes Spektakel, bei dem die Boote vorneweg das Rennen fahren und die Königin hinterher fährt. Am Ende wird der König gekürt und es wird gefeiert.

Wie hier gefeiertwird sehen wir nur an den Vorbereitungen. Die Leute hier bezeichnen sich als moderne Moslems. In drei Tagen ist Ramadan zuende und dazu gibt es auf jeder einzelnen Insel unzählige Parties. Nicht dabei fehlen dürfen dabei genügend Zigaretten, jede Menge Bier und Schweine, die geschlachtet und gegessen werden. Das war neu für uns.


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