Abschied von Siem Reap


Der letzte Tag in Siem Reap ist fast zuende. Heute Abend geht es mit dem Nachtbus nach Sihanoukville, also an die Küste im Süden von Kambodscha. Das wird unser erstes Mal Meer und Strand nach ca 2 Monaten reisen. Uns wurde schon einiges von Sihanoukville erzählt, unter anderem das das Städtchen ziemlich in der Hand von russischen Touristen ist. So ähnlich wie Mallorca für Deutsche. Wir werden da aber nur eine Nacht übernachten, um dann am nächsten Tag mit dem Boot nach Koh Rong über zu setzen. Das ist nämlich das eigentliche Ziel.




Ohne die drei Angestellten wäre
die Villa Shanti nicht das was sie ist
(XXX, Neda und Mao)
Wir haben hier einiges gesehen und gelernt. Vieles haben wir von den Einheimischen erfahren, die gerne von der Lebensart der Kambodschaner und der Geschichte Kombodschas erzählen. Einiges haben wir auch von Pirmin gehört, dem Besitzer der Villa Shanti, in der wir hier die ganze Zeit übernachtet haben. Das Haus ist nur zu empfehlen, zumindest so lange Pirmin hier noch Chef ist. Am freundlichsten waren allerdings die Angestellten, die uns mit einer Herzlichkeit begegnet sind, wie wir es bisher selten erlebt haben. Ganz besonders haben wir den kleinen Hund Santa ins Herz geschlossen, der stets bemüht war unsere Füße an- und abzulecken oder in meine Schuhe zu beissen. Ich habe ihm als Andenken meine Schuhe hier gelassen die ich sowieso entsorgen wollte. Die habe ich zuviel eingepackt und jetzt müssen sie Platz machen im Rucksack.

Die kleine Santa wuselt wie immer durch die Gegend
Das Land ist ganz anders als Laos. Auch wenn die Menschen ähnlich aussehen hat die Lebensart der Kambodschaner was viel lebenslustigeres, gleichzeitig aber auch was destruktiveres. Das wird vermutlich hauptsächlich aus der Armut herraus kommen, dazu kommt dann der Tourismus. Die Spanne zwischen Arm und Reich ist hier extrem groß. Auf der einen Seite hat man Kinder, die im Müll nach Plastikflaschen und Bierdosen suchen, während sie Klebstoff schnüffeln, auf der anderen Seite hat man Einheimische und Touristen, die sich 2 oder 3 Bargirls mit ein einen K.T.V Laden, das sind Karaokerestaurants, nehmen um da für 3 oder 4 Leute zu saufen und mehrere hundert Dollar auf den Kopf hauen. Bargirls sind keine Prostituierte. Es sind Begleitungen, die zur Unterhaltung da sind. Vor jedem K.T.V Schuppen sitzen die sehr jungen und sehr knapp angezogenen Mädchen und warten auf Männer, die alleine in die Bar gehen. Hat uns zumindest Pimrin so erzählt. Wir waren in so einem Restaurant mal essen. Wir waren als Paar natürlich nicht die Zielgruppe der Mädels und wurden auch dementsprechend nicht beachtet. Als wir das Lokal verlassen haben, mussten wir natürlich wieder an den Mädels vorbei. In dem Moment kam ein einzelner Mann im Anzug in den Laden und an den Bargirls vorbei. Alle sind hastig aufgesprungen und haben ähnlich wie auf dem Markt angefangen den Typen zu bequatschen. Ob er sich eine oder mehrere mitgenommen hat, haben wir nicht mehr gesehen. Die Bargirls sollen versuchen die Männer dazu zu bringen viel zu trinken und vor allem teuere Drinks für sich selbst zu kaufen, natürlich auch für die Girls.

Was hier sehr störend ist, was wir auch damals auf Bali erlebt haben, sind die Kinder die einem an den Tempeln was verkaufen wollen. Irgendwelche Bastelarbeiten werden hier für 1$ angeboten. Als Vergleich, man bekommt für einen Dollar im Supermarkt ca 2 Liter Wasser oder ein Bier. Die Bastelsachen bekommt man im 5er Pack auf dem Markt für 1$. Die Kinder verfolgen einen dann auch direkt für einige 100 Meter und sagen ihre auswendig gelernten Sprüche mit weinerlicher Stimme auf, man möge doch unbedingt was kaufen, einfach irgendwas. Kaum sind sie weg spielen sie wieder fröhlich mit ihren Kollegen. Von der gespielten Trauer ist dann nichts mehr zu sehen oder zu merken. Man kommt sich dann wie ein Geldbeutel auf zwei Beinen vor.

Finger weg von meinen Taschen
Zu Silvester hat sogar jemand versucht mich zu bestehlen. Ein Taschendieb hat mir an meinen Gesäßtaschen rumgenestelt und das gleich zwei mal. Beide Male habe ich es gemerkt. Wichtige Sachen habe ich von vornherein nicht in den Taschen gehabt, trotzdem hat es mich ziemlich geärgert, dass das überhaupt passiert ist. Ich habe den Typen sogar noch gesehen, der mich angegrinst hat und schnell in der Menge verschwunden ist.

Hört sich alles nicht so schön an. Ist aber auch eine Seite von Kambodscha. Alles in allem sind die Leute hier aber sehr freundlich, fröhlich und ziemlich lustig. Man kann gut Spaß mit denen machen und viel lachen. Leider hat es Carla und mich hier auch erwischt und wir haben jeweils an unterschiedlichen Tagen mit ziemlichen gesundheitlichen Problemen im Hotel verbracht, leider auch an zwei unterschiedlichen Tagen. Zum Glück hatten wir das gute Zimmer hier in der Villa, das hat ziemlich geholfen. Wenn es einem Schlecht geht, sollte man dafür sorgen das zumindest die Unterkunft gut ist, dann ist es nur halb so wild.






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