Down Under, nur kurz …


Bei 23$ (ca. 16€) für
eine Pizza Margherita
fängt Carla an zu flattern
wie eine Fledermaus.
Also hier ist es mal krass anders. So habe ich es mir vorgestellt auf einen anderen Kontinent zu kommen. Andere Bäume, andere Vögel, generell andere Tiere, andere Architektur, anderes Lebensgefühl, andere Temperaturen und leider auch andere Preise. Es stimmt was gesagt wird: Mach erst Australien und Neuseeland, danach erst Asien. Die Preise sind so unverschämt hoch, wenn man Südostasien gewohnt ist. 5$ (ca. 1,6€) für 1,5l Wasser. Auf Bali zahlt man dafür 5000 Rupia (ca 0,30€). Das liegt nicht daran, dass es hier in Perth nicht so warm ist. Verglichen mit der Hitze hier ist es gerade Winter auf Bali. Wir haben hier ca. 40° Celsius. Auf Bali sind es in der Regel so um die 30°, eher weniger. Dafür gibt es auf Bali eine Luftfeuchtigkeit von ca 90%, die ist hier bei ca 30%. Es ist also heißer, es läßt sich aber besser aushalten.

Perth bei Nacht vom Kings Park aus …
irgendwie stehe ich auf Städte bei Nacht
Wegen der Preise für Übernachtungen haben wir hier angefangen in Dorms zu schlafen, also in Hostels in Mehrbettzimmern. Das ist halbwegs verträglich im Vergleich zu den anderen Preisen. Pro Person zahlt man für einen Platz im 6er Dorm zwischen 20$ und 30$. Ab heute machen wir AirBnB, da zahlen wir dann soviel zusammen. Das ist einer der Vorteile die man hat, wenn man als Pärchen reist. Unsere ersten Nächte in einem Dorm wurden dann auch direkt damit gekrönt das sich ein Franzose am Samstag Abend ein Mädchen mit aufs Zimmer genommen hat und die beiden schön gevögelt habe, während alle im Zimmer geschlafen haben. Alle? Nein … ich bin leider wach geworden 😀 War aber nicht so spannend, eher nervig, weil ich nicht wieder einschlafen konnte.

Pinke Kakadus auf dem Dach
des Aufseherhäuschens im Quad
Perth ist eine schöne Stadt. Die Weitläufigkeit der Stadt, der Straßen und der Parks erinnert mich ein bißchen an Paris. Die Art der Leute erinnert mich stark an Amerika, nur noch freundlicher und offener. Es gibt viele Parks hier mit vielen tropischen Pflanzen, die aber auch so überall wachsen. Man findet super viele Bäume und Stäucher, die ich teilweise noch nie gesehen habe. Wenn man durch die Grünflächen streunt, sieht man immer wieder Schwärme von weißen und roten Kakadus. Wo bei uns die Tauben sitzen gibt es hier Kakadus, KAKADUS !!! Wie geil ist das? Diese wunderschönen, lieben Tiere leben hier in der Stadt und ernähren sich von den Datteln, die von den Palmen runter fallen. Wahrscheinlich auch vom Dreck der Leute, der hier allerdings nur sehr wenig rumliegt. Es ist hier sehr sauber. Es ist das erste Land seit 3 Monaten, dass wir besuchen, wo wieder aktiv Müll getrennt wird und nicht einfach alles in eine Tonne kommt, oder vor den Häusern der Leute verbrannt wird, oder wie in China einfach liegengelassen wird, bis es sich so hoch festgetreten hat, dass man eine Höhle da drinnen buddeln könnte und dann Eintritt dafür nehmen kann.

Wer genießt mehr, Carla oder der Quokka?
Die letzte Nacht haben wir tief in die Tasche gegriffen und haben eine Nacht auf der Insel Rottnest Island verbracht. Die Insel ist ca 1,5 Stunden Bootsfahrt von Perth entfernt und ist das Zuhause von kleinen Minikänguruhs, die Quokkas genannt werden. Sie sehen ein bisschen aus wie sehr große Mäuse und sind super süß. Sie sind zahm, man kann sie also streicheln, wenn sie nicht wegspringen. Meistens lassen sie sich aber schon anfassen und streicheln. Die sind soooooo süüüüß. Wir haben versucht am Ankunfstag um die Insel rum zu fahren, mit dem Fahrrad. Fast hätten wir es geschafft. Es war aber so heiß und wir hatten nicht genug Wasser dabei, da haben wir uns die letzten 5 Kilometer gespart, die hätten wir dann

Am Ende der Insel kommen Wellen
von links UND rechts
nämlich auch nochmal zurück fahren müssen 😀 Auf dem Weg zurück zu unserem Nachtlager, was eine alte, umgebaute Gefängniszelle in einem alten Gefängnis war, genannt The Quad, haben wir noch an einigen Beaches angehalten und haben an einem sogar noch Wale gesehen. Die sind vielleicht hundert Meter vom Ufer entfernt geschwommen und wir haben sie auftauchen sehen und wie sie das Wasser aus ihrem Atemloch gepustet haben. Die Insel mit ihrer Vegetation erinnert ein bisschen an eine griechische Insel. Sehr kleine Bäume und Sträucher bedecken die Insel da, wo sie nicht einfach nur Sand und Felsen ist.

Lighthouse im Nordosten
von Rottnest Island
Die Quokkas verstecken sich den Tag über im Schatten. Es ist in der Tageshitze einfach zu heiß für die Kleinen. Wenn es dann Abend wird und die Sonne bereits untergegangen ist, dann kommen auch die kleinen Quokkas raus. Sie sitzen dann überall rum und fressen Blätter und Wurzeln. Ab und zu hoppelt bzw. springt mal einer weiter zum nächsten Baum oder Blatt und sitzt dann da rum.

Eine Sache die uns negativ aufgefallen ist, ist die Situation der Aborigenes. Ich finde es immer schade, wenn man von einer Bevölkerungsgruppe spricht und generelle Vorurteile gegen alle ausspricht. Wir haben viele negative Sachen gehört und ich habe mir gedacht: Naja, so schlimm kann es ja nicht sein und für alle wird es ja wohl auch nicht gelten. Leider haben wir keinen Aborigene gesehen der nicht betrunken war. Einer hat sich sogar auf einer Bank in der Fußgängerzone IV eine Spritze gesetzt. Viele haben nur getrunken, einige haben gebettelt, einige haben versucht Musik zu machen, was leider nicht geklappt hat. Ich hoffe, dass das nur auf die zutrifft, die man in der Stadt sieht. Ich hoffe, dass es das Phänomen ist, dass man die Leute eher wahrnimmt die laut sind und die anderen einfach untergehen in den restlichen Menschen.

Für die Fingerhüte: Europa und Australien treffen aufeinander.
Das Schweinchen ist glücklich und der Quokka ist neugierig 🙂


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