Kulturstadt KL

Von der Stadt organisiert, werden Touren angeboten, an denen man umsonst teilnehmen kann. Wenn es umsonst ist, kann es unser Budget auch nicht belasten, also haben wir mal alle Touren mitgemacht, die es so gab. Was für Touren es gibt kann man auf der Seite der KL City Hall anschauen. Bei der ersten Tour haben wir so ziemlich alle Gebäude besucht, die um das zentrale Cricketfeld herum gebaut wurden. Das ist nicht wirklich das jetzige Zentrum, damals als die Engländer hier das Ruder übernommen haben, haben sie das Cricketfeld zum Zentrum gemacht. Das ist jetzt über 100 Jahre her. Seitdem hat sich Kuala Lumpur ziemlich verändert. Seinen Namen hat die Stadt von 2 Flüssen, die in Kuala Lumpur zusammen laufen, das bedeutet auf malayisch Kuala. Ein Fluß davon ist schlammig, was auf malayisch Lumpur heißt, und zack hat man den Stadtnamen. Seinen Reichtum und damit seine Bedeutung hat Kuala Lumpur durch den Zinnabbau bekommen. Das ist der Grund warum man Kuala Lumpur heute kennt. Hätte es den Zinn nicht gegeben, wäre Kuala Lumpur jetzt ein verschlafenes Dörfchen im Dschungel und es gäbe die Twintowers nicht. Schönen Dank an das Zinn also, Kuala Lumpur ist unter den Großstädten in Asien nämlich bisher unsere Lieblingsstadt.

Hier ist Frauen freie Zone
Auf der Tour rund um das Cricketfeld haben wir 2 Mädels aus Deutschland getroffen, die genauso wie wir durch Asien ziehen. Wenn wir den Geschichten von Kerstje und Jessica so zuhören, hören wir vieles was wir auch schon erlebt haben und vieles Neues. Die beiden haben in ihren 2-3 Monaten in Asien schon einiges mitgemacht. Das beschreiben sie auch in ihrem Blog zwischenreisundburger.blogspot.com. Zum Ausklang der Führung haben wir alle noch im Royal Selangor Club ein Kaltgetränk getrunken, ich habe mir sogar ein Bier gegönnt, und haben die englische Clubatmosphäre genossen. Frauen sind im Club erlaubt, allerdings dürfen sie den Barbereich nicht betreten. Bestellen musste also ich für uns vier, Carla, Kerstje, Jessica und mich.

Der rechte Fluß ist der schlammige Namensgeber der Stadt
Bei der darauffolgenden Führung durch das Kampung Bahru waren wir mit den beiden und der Führerin Niki alleine unterwegs. Die Führung war der Knaller. Nach ein bisschen trockenen Infosam Anfang wurde es nachher richtig interessant. Kampung Bahru war die ehemalige Arbeitersiedlung, in der damals die Malayen gelebt haben, die unter anderem auch in den Zinnminen gearbeitet haben. Die Viertel die zusammen das Kampung Bahru bilden, sind ein geschichtsträchtiger Ort in Kuala Lumpur. Hier stehen immer noch Häuser in traditioneller Bauart. Kleine Häuser auf Stelzen inmitten der Großstadt, mit einer Aussicht auf die Petronas Twintowers und den Rest der Skyline, wie man ihn besser nicht haben könnte. Wenn man sich die Geschichte so anhört, bekommt man auch das Gefühl, das jedes Haus hier schon mindestens einmal abgebrannt ist und wieder neu aufgebaut wurde. Weil Carla und ich an dem Tag den gesamten Tag durch die Stadt gelatscht sind, haben wir uns wo es möglich ist hingesetzt.

Die blaue Farbe kommt von einer Blüte, die mitgekocht wird
Niki hat uns kurzerhand in ein Restaurant eingeladen, wo sie uns dann Lime Juice und Nasi Krapuk, also Reis-Salat, und eine abgefahrene, giftgrüne Nachspeise aus Reismehl ausgegeben hat. Das Essen in den Garküchen am Rand der Strasse ist großartig. Super Essen und super günstig. Hier kann man sich für umgerechnet 1 Euro satt essen und hat dann auch noch was zu trinken dabei gehabt. Sensationell! Man muss den Ort kennen um her zu kommen, von alleine verirrt sich hier kaum ein Tourist hin, weil es doch obwohl mitten in der Stadt recht abgelegen ist. Wären wir alleine durch die Strassen gelaufen, hätten wir uns auch gedacht “Was für eine langweilige Strasse”. Mit den Erklärungen von Niki wurde aus einer langweiligen Strasse ein Ort voller alter Geschichten und mit einer pulsierenden Gegenwart.

Unsere kleine Gruppe mit Niki unserer Führerin
Die letzte Tour, die wir gemacht haben, war in Brickfield. Dem ersten Ort in Kuala Lumpur wo industriell Ziegelsteine hergestellt wurden. Heute heißt das Gebiet Little India. Die Führung hat leider nichts gebracht, weil man die Führerin nicht verstanden hat. Sie hat Unmengen an Infos über der Gruppe ausgeschüttet, die meisten davon waren unwichtig. “Und früher, 1921 also 1 9 2 1, war der Eingang von dem Haus nicht hier, sondern da. Außerdem war die Tür grün, das war sehr wichtig” Warum das wichtig war, wurde uns dann leider nicht erklärt 😀 Auf jeden Fall weiß ich jetzt was “Bus 11” heißt. 11 steht für zwei Beine und “Take the Bus 11” heißt zu Fuß gehen. Historisch gesehen von minderer Bedeutung, aber ein ganz witziger Ausdruck. Wir haben auch hier wieder Kerstje und Jessica getroffen. Das hat die Führung ziemlich aufgewertet, auch wenn es ein wenig von der Führung abgelenkt hat, als wir die ganzen Zeit gequatscht haben. Angeblich wurde die Führung das letzte Mal gemacht. Komisch, dass dann bestimmt 30 Leute da waren, die alle im Stoff der Führung ausgebildet wurden. Sind wir in die alte Marketingfalle “Verknappung” getappt. “Dieses Angebot gibt es nur noch für 2 Tage, dann nie wieder” . Der Hit war dann, das mich eine Frau öfters mal gefragt hat, ob ich auch alles verstehen und ich der Führung folgen kann. Als ich dann gesagt habe, das die Gruppe zu groß ist und die Führerin besser erst anfängt zu erklären wenn alle zuhören und auch zuhören können, wurde mir dann gesagt, das das nicht stimmt 😀 <Ironie>Das hab ich dann auch eingesehen, anscheinend weiß sie es dann besser.</Ironie> *facepalm*

Hier nochmal ein Keksrätsel 🙂 Sagt mir was das hier auf dem Foto ist. Der Preis ist wie immer ein Keks. Der aktuelle Keksstand ist (Ole: 1) 🙂 Kleiner Tip, es ist keine Halskette.

Es ist keine Halskette!








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